Ernstfall im Fokus: Landkreis Schwandorf stärkt Zusammenarbeit im Katastrophenschutz - Kommandantendienstversammlung 2026: Feu-erwehren ziehen umfassende Jahresbilanz

27.04.2026

Schwarzenfeld – Bei der diesjährigen Kommandantendienstversammlung der Feuerwehren im Landkreis Schwandorf stand der Rückblick auf ein intensives und arbeitsreiches Jahr 2025 im Mittelpunkt. Zahlreiche Führungskräfte der Feuerwehren sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung nahmen an der Veranstaltung teil. Kreisbrandrat Christian Demleitner begrüßte die Anwesenden und eröffnete die Versammlung.

Die Bilanz des vergangenen Jahres verdeutlicht die hohe Einsatzdichte im Landkreis: Insgesamt 4514 Einsätze an 3047 Einsatzstellen wurden von den Feuerwehren bewältigt. Parallel dazu konnte ein deutlicher Zuwachs bei den aktiven Einsatzkräften verzeichnet werden – erstmals engagieren sich über 6000 Feuerwehrdienstleistende im Landkreis. Insgesamt leisten aktuell 6020 Einsatzkräfte Dienst, darunter rund 300 Doppelmitglieder. Diese Entwicklung unterstreicht eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft der Feuerwehren.

Das Einsatzgeschehen war insbesondere durch mehrere größere Schadenslagen geprägt. Eine umfangreiche Unwetterlage im südlichen Landkreis erforderte die koordinierte Abarbeitung zahlreicher Einsatzstellen durch mehrere Feuerwehren und weitere Organisationen. Auch ein großflächiger Waldbrand stellte eine erhebliche Herausforderung dar und band über viele Stunden hinweg zahlreiche Einsatzkräfte. Darüber hinaus prägten Brände in landwirtschaftlichen Betrieben sowie schwere Verkehrsunfälle das Einsatzgeschehen.

Neben der Bewältigung von Einsätzen wurde im vergangenen Jahr gezielt in Ausstattung und Infrastruktur investiert.

Mehrere neue Einsatzfahrzeuge konnten in Dienst gestellt werden und stärkten die Einsatzfähigkeit der Wehren nachhaltig. Mit dem Spatenstich für eine neue Atemschutzübungsstrecke wurde zudem ein bedeutendes Projekt zur Verbesserung der Ausbildung auf den Weg gebracht. Ergänzend dazu beschaffte der Landkreis unter anderem Rollcontainer für Waldbrandlagen. Ebenso erfolgte die Segnung der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) sowie einer landkreiseigenen Ölsperre.

Personell gab es ebenfalls Veränderungen: Kreisbrandmeister Heiner Seltl wurde nach langjährigem Engagement aus seinem Amt verabschiedet. Sein Nachfolger Andreas Woeckel wurde offiziell in die neue Funktion eingeführt. Auch im Landratsamt kam es zu einem Wechsel: Künftig wird Dr. Benjamin Höchstetter den Bereich Brand- und Katastrophenschutz mitverantworten. Seine Vorgängerin Viktoria Schmalhofer wurde für die hervorragende Zusammenarbeit mit der Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes Schwandorf ausgezeichnet. Darüber hinaus konnten zahlreiche neue Kommandanten und Stellvertreter in ihren Funktionen begrüßt werden.

Ein fachlicher Schwerpunkt der Versammlung lag auf einem Vortrag zur Tierrettung bei Stallbränden. Dabei wurde deutlich, dass moderne landwirtschaftliche Strukturen und technische Entwicklungen die Anforderungen an die Einsatzkräfte erhöhen. Insbesondere elektrische Anlagen gewinnen als Brandursache zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig stellt das Verhalten von Tieren im Brandfall eine besondere Herausforderung dar. Die Bedeutung einer fundierten Einsatzvorbereitung sowie abgestimmter Einsatzkonzepte wurde dabei besonders hervorgehoben.

Auch die Nachwuchsarbeit zeigt sich weiterhin stabil: Die Jugendfeuerwehren im Landkreis zählen über 1300 Mitglieder, ergänzt durch rund 900 Kinder in den Kinderfeuerwehren. Diese Zahlen bilden eine wichtige Grundlage für die zukünftige Sicherstellung des Feuerwehrdienstes.

Aus den Fachbereichen der Kreisbrandinspektion wurden zudem aktuelle Themen vorgestellt. Dazu zählten unter anderem Neuerungen im Bereich Feuerwehrführerschein, Hinweise zur Nutzung sozialer Medien sowie die Einführung von Gefahrstoffzügen im Landkreis im Bereich CBRN. Im Bereich Atemschutz wurden zudem umfangreiche Ausbildungs- und Übungsmöglichkeiten präsentiert.

In den Grußworten wurde die große Bedeutung der Feuerwehren für die Sicherheit im Landkreis hervorgehoben. Landrat Thomas Ebeling dankte den Einsatzkräften für ihr Engagement und verwies auf die Investition in den Neubau der Integrierten Leitstelle, welche im Landkreis Schwandorf errichtet wird.  Auch der 3. Bürgermeister des Marktes Schwarzenfeld betonte die Bedeutung moderner Infrastruktur für die Feuerwehren. In diesem Zusammenhang hob er insbesondere den Neubau der Atemschutzübungsstrecke sowie der Atemschutzprüfstelle hervor, die künftig optimale Bedingungen für Ausbildung und Sicherheit bieten werden.

Kreisbrandrat Christian Demleitner unterstrich abschließend die zentrale Bedeutung des reibungslosen Zusammenspiels zwischen Feuerwehren, Kreisbrandinspektion und weiteren Organisationen. Gerade bei größeren Schadenslagen zeige sich, wie wichtig eine eingespielte Zusammenarbeit im Katastrophenschutz sei.