Generationenwechsel bei den Führungskräften der Feuerwehr im Landkreis Schwandorf

18.01.2026

Am Donnerstag, 15. Januar 2026 überreichten Landrat Thomas Ebeling und Kreisbrandrat Christian Demleitner feierlich die Urkunde zur Ernennung von Andreas Woeckel zum neuen Kreisbrandmeister für den Bereich SAD Land 2/3. Er tritt damit die Nachfolge von Heinrich Seltl an, der dieses Amt seit 2001 innehatte.

Landrat Ebeling und KBR Demleitner würdigten die herausragende Leistung von Heinrich Seltl. Heinrich Seltl ist seit Jahrzehnten eine prägende Persönlichkeit im Feuerwehrwesen des Landkreises Schwandorf. Als Kreisbrandmeister für den Bereich SAD Land 2/3, zu dem er im Jahr 2001 ernannt wurde, setzte er sich mit großem Engagement für die Ausbildung und Nachwuchsförderung ein und war ein verlässlicher Ansprechpartner für Feuerwehren und Behörden. Neben seiner Führungsarbeit organisierte er zahlreiche Ausbildungsmaßnahmen und Jugendaktionen, die den Zusammenhalt und die Einsatzbereitschaft stärkten. Sein Wirken zeichnete sich durch Fachkompetenz, Ruhe und Verantwortungsbewusstsein aus – Eigenschaften, die ihm hohe Anerkennung und zahlreiche Auszeichnungen einbrachten. Er trat 1978 in die Freiwillige Feuerwehr Bodenwöhr ein und übernahm später Führungsfunktionen als Kommandant und Kreisbrandmeister. Für seine Verdienste erhielt er unter anderem: das Feuerwehrehrenzeichen Gold (40 Jahre), das Deutsches Feuerwehrehrenzeichen Silber, das Steckkreuz (Höchste Staatliche Ehrung) sowie das Ehrenzeichen des KFV Bayern und LFV Bayern in Silber

Andreas Woeckel, sein Nachfolger, bringt frische Impulse und moderne Ansätze in die Inspektion. Seit seinem Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr Bodenwöhr im Jahr 2013 engagierte er sich nicht nur im Einsatzdienst, sondern auch in der Vereinsführung und Jugendarbeit. Er steht für eine neue Generation von Führungskräften, die praxisnahes Wissen mit organisatorischem Talent verbindet. Mit seiner Erfahrung aus Leistungsprüfungen, Führungslehrgängen und Vereinsarbeit ist er bestens vorbereitet, die Feuerwehren seines Zuständigkeitsbereichs kompetent zu unterstützen und die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers fortzuführen. Zu seinen Qualifikationen zählen bereits jetzt einige. Beide Persönlichkeiten stehen für Verlässlichkeit, Einsatzbereitschaft und die Werte des Feuerwehrwesens – Tradition und Zukunft in einem starken Team für die Sicherheit im Landkreis Schwandorf. Mit Andreas Woeckel übernimmt nun ein erfahrener Feuerwehrmann die Verantwortung für die Gemeinden Bodenwöhr, Wackersdorf und Steinberg. Seit 2013 aktiv in Bodenwöhr, bringt er fundierte Führungs- und Einsatzerfahrung mit.

Kreisbrandrat Demleitner betonte:
„Wir sind fest davon überzeugt, dass Andreas Woeckel das Vertrauen, das sein Vorgänger aufgebaut hat, verdient und die Feuerwehren in seinem Zuständigkeitsbereich kompetent unterstützen wird.“
 

Auch Landrat Ebeling ergänzte:
„Mit Andreas Woeckel setzen wir auf frische Impulse für die Sicherheit in einer Region, die durch Tourismus und Wirtschaft besondere Herausforderungen mit sich bringt.“

Hintergrund.
Der Bereich Schwandorf Land 2/3 umfasst die Gemeinden Bodenwöhr, Wackersdorf und Steinberg. Hier treffen zwei Welten aufeinander: Tourismus mit Steinberger See, Murner See und zahlreichen Freizeitangeboten, die gerade in den Sommermonaten für hohe Besucherzahlen sorgen. Wirtschaft mit bedeutenden Industrie- und Gewerbebetrieben, die komplexe Einsatzlagen wie Gefahrgut- oder technische Hilfeleistungen erfordern.

Diese Kombination macht den Bereich zu einem sehr anspruchsvollsten im Landkreis: Einsätze reichen von Wasserrettungen über Großveranstaltungen bis hin zu industriellen Schadenslagen.

Bedeutung
Die Kreisbrandinspektion im Landkreis Schwandorf ist eine ausschließlich ehrenamtlich besetzte Führungsinstanz im bayerischen Feuerlöschwesen auf Kreisebene und bildet die direkte Schnittstelle von der Kreisverwaltungsbehörde zu den Feuerwehren, so Pressesprecher Hans-Jürgen Schlosser. Die Rechtsgrundlage ist das bayerische Feuerwehrgesetz mit der Ausführungsverordnung zum Feuerwehrgesetz. Die Kreisbrandinspektion wird von den Landkreisen Bayerns aufgestellt, um die fachliche Aufsicht über die Feuerwehren zu gewährleisten. Geleitet wird die Kreisbrandinspektion vom Kreisbrandrat. Unterstützt wird er dabei von den Kreisbrandinspektoren und den Kreisbrandmeistern, die er im Einvernehmen mit dem Landratsamt bestimmt. Der Kreisbrandrat wiederum wird durch die Kommandanten eines Landkreises gewählt. Die Kreisbrandinspektion besteht laut der Vollzugbekanntmachung des Bayerischen Feuerwehrgesetz aus den besonderen Führungsdienstgraden und Fachberatern der entsprechenden Gebietskörperschaften und Fachgebieten auf Kreisebene. Die Kreisbrandinspektion bildet die obere Feuerwehr-Führungsebene in einem Landkreis, ist also zu der internen Führung bzw. Verwaltung der Feuerwehren zu rechnen. Oberhalb der Kreis- bzw. Stadtbrandinspektionen gibt es in Bayern keine weitere interne Führungsebene mehr, wie dies in anderen Bundesländern der Fall ist. Alle darüber gehenden Abstimmungsprozesse werden auf Verwaltungsebene (Regierung, Bayerisches Staatsministerium des Innern) oder auf Verbandsebene (Bezirksfeuerwehrverband, Landesfeuerwehrverband) geregelt. Daher sind die Arbeiten der Kreisfeuerwehrverbände bzw. Stadtfeuerwehrverbände immer eng mit den Inspektionen verknüpft. Die Bezeichnungen "Kreisbrandrat", "Kreisbrandinspektor" und "Kreisbrandmeister" sind nicht als klassische Dienstgrade der Freiwilligen Feuerwehren in Bayern zu verstehen, sondern zu den Funktionsbezeichnungen. Daher werden sie als "Besondere Führungsdienstgrade" bezeichnet. Jeder dieser "Besonderen Führungsdienstgrade" behält nämlich weiterhin den Dienstgrad aus seiner Heimatfeuerwehr, nur werden diese Dienstgradabzeichen nicht mehr sichtbar an der Uniform getragen, sondern durch die Funktionsabzeichen ersetzt.

Aufgaben der Inspektion

Neben der Besichtigung der Feuerwehren hat die Kreisbrandinspektion auch zur Aufgabe, für eine einheitliche Ausbildung zu sorgen, Alarmpläne zu erstellen, die Feuerwehren und Behörden zu beraten, die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsdiensten und weiteren Katastrophenschutz-Organisationen zu vertiefen, Leistungsprüfungen abzunehmen und gegebenenfalls auch die Einsatzleitung bei Einsätzen zu übernehmen. Die Übernahme der Einsatzleitung wird meistens dann übernommen, wenn dies der Kommandant bzw. der jeweilige Einheitsführer des Schadensortes wünscht, wenn die Größe der Schadenslage dies erforderlich macht oder andere zwingende Gründe vorliegen. Deshalb werden die "Besonderen Führungsdienstgrade" immer zu den ihrem Gebiet betreffenden größeren Einsätzen mitalarmiert. Die Kreisbrandräte und Kreisbrandinspektoren übernehmen oft auch das Amt des "Örtlichen Einsatzleiters (ÖEL)" bei Katastropheneinsätzen. Dann haben sie die erweitere Ausbildung an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried besucht und sind eventuell bereits von den Landratsämtern "im Voraus benannt", d. h., sie können bei Eintreten von Schadenslagen diese Funktion bereits ausüben, bevor der Hauptverwaltungsbeamte (HVB) zusammen mit der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) den Katastrophenfall oder zumindest die Notwendigkeit für den Einsatz des ÖEL feststellen konnte.

Definition im Landkreis Schwandorf

Im Landkreis Schwandorf wird Kreisbrandrat Christian Demleitner durch die Kreisbrandinspektoren Thomas Schmidt für den Bereich Süd, Christian Weinfurtner für den Bereich Ost sowie Helmut Schatz für den Bereich Nord unterstützt. Neu hinzugekommen ist seit der Amtsübernahme von Christian Demleitner die Fach-Inspektion, die unter der Leitung von Kreisbrandinspektor Christoph Beier steht. Insgesamt 11 Kreisbrandmeister mit Zuteilung einer Gebietskörperschaft betreuen die rund 160 Feuerwehren vor Ort. Des Weiteren steht Fachkreisbrandmeister Tobias Sebast zum Thema Jugendarbeit zur Seite. Des Weiteren stehen die Fachkreisbrandmeister Hans-Jürgen Schlosser für den Bereich Gefahrgut und Umweltmanagement sowie Bevölkerungsinformation und Medienarbeit, Kreisbrandmeisterin Josefine Duscher als Verantwortliche Führungskraft für den Bereich Ausbildung, Kreisbrandmeister Stefan Schmid für den Bereich Atemschutz sowie Fachberater Christian Schwendner für den Bereich Vorbeugender Brandschutz / Brandschutzdienststelle zur Verfügung. Die Feuerwehrseelsorge im Landkreis Schwandorf hat Dekan Michael Hirmer zu Verantworten.